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Ausgangssperre in den Niederlanden (20.03.2020)

Ausgangssperre in den Niederlanden Holland

UPDATE 22:50h

Der erwartete Lockdown bleibt vorerst aus !

Es ist sehr ungewöhnlich, dass sich der niederländische König in einer TV-Rede an das Volk richtet. Doch in Zeiten von Corona hat Willem-Alexander eine Botschaft für die Bürger.

Der niederländische König Willem-Alexander hat die Bürger seines Landes aufgerufen, in der Coronavirus-Krise zusammenzuhalten. Das Gefühl von Zusammengehörigkeit könne in dieser schwierigen Zeit helfen, sagte der König in einer TV-Ansprache in Den Haag.

Willem-Alexander rief dazu auf, besonders alten und anderen von der Epidemie besonders getroffenen Menschen beizustehen. Keiner dürfe sich im Stich gelassen fühlen. “Das Coronavirus können wir nicht stoppen, aber das Einsamkeits-Virus schon.”

Quelle: dpa

Ursprünglicher Bericht 15:00h

Totale Ausgangssperre in den Niederlanden geplant

Die niederländische Regierung plant den kompletten Lockdown. König Willem-Alexander wird sie persönlich in einer TV-Ansprache ankündigen.

In den Niederlanden ist eine totale Ausgangssperre (Lockdown) für das ganze Land geplant. Sie soll bereits am Sonntag oder spätestens am Montag in Kraft treten und streng von der Polizei und der Armee kontrolliert werden.  Den totalen Lockdown der Niederlande will das niederländische Staatsoberhaupt, König Willem-Alexander, in einer live ausgesendeten TV-Rede am Freitagabend persönlich verkünden.

Es ist sehr ungewöhnlich, dass das niederländische Staatsoberhaupt, der König, ,,zwischenzeitlich‘‘ eine TV-Ansprache hält. Das geschieht nur in Katastrophenzeiten. Normalerweise hält der niederländische König nur zwei große Reden im Jahr: Die Thronrede zur Parlamentseröffnung am dritten Dienstag im September und seine Weihnachtsansprache. Die Ausgangssperre in den Niederlanden wird landesweit gelten und außerdem durch weitere und neue strenge Kontrollen an den Außengrenzen des Landes flankiert und durchgesetzt werden. 

Kehrtwende

Sogar zu den beiden Nachbarländern, Deutschland im Osten und Belgien im Süden, soll es wieder Grenzkontrollen geben. Niederländer, die nach dem Inkrafttreten der Ausgangssperre zum billigen Tanken von Benzin oder Diesel nach Deutschland oder nach Belgien fahren wollen, riskieren dann ein Bußgeld von 4.000 Euro. Holland schottet sich also total ab. Mit der bevorstehenden Ausgangssperre und den strengen Grenzkontrollen verändern die Niederlande ihre Strategie zur Bekämpfung des Corona Covid-19-Virus fundamental. Es ist ein Schwenk um 180 Grad. 

Denn am vergangenen Montag hatte der niederländische Ministerpräsident Markt Rutte noch verkündet, eine landesweite Ausgangssperre sei nicht vorgesehen. Rutte und die von ihm geleitete christlich-liberale Regierungskoalition setzte vielmehr auf das ,,System der Gruppenimmunität.‘‘ Das heißt im Klartext, dass sich viele Menschen mit dem Corona-Virus anstecken werden, die dann wieder Antikörper dagegen entwickeln und wenn sie diese Antikörper entwickelt haben, immun sein werden gegen das Virus und so eine ,,Mauer‘‘ gegen das Virus bilden können. 

Fast 3.000 Infizierte

Diese Theorie und dieses Vorgehen wurde im In- und Ausland heftig kritisiert und wird jetzt revidiert. Denn die Corona-Epidemie-Lage spitzt sich auch in den Niederlanden dramatisch zu. Nach Angaben des nationalen Gesundheitsamtes ,,Rijksinstituut voor Volksgezondheid en Milieu (RIVM)‘‘ am Freitag gibt es in den Niederlanden inzwischen 106 Corona-Todesfälle. Die meisten Menschen, die am Corona-Virus starben, waren zwischen 63 und 95 Jahre alt. 

Insgesamt seien nun in den Niederlanden 2.994 Menschen mit dem Covid-19-Virus infiziert, 534 mehr als noch am Donnerstag. Unter ihnen seien auch 725 Menschen, die als Ärzte, Krankenschwestern oder Pflegepersonal an der Gesundheitsfürsorge arbeiten sowie prominente Niederländer wie der Satiriker Youp van´t Hek, der sich vor wenigen Tagen noch in einer Zeitungskolumne über die Corona-Epidemie lustig gemacht hatte. Besonders schlimm ist die Lage in der südniederländischen Provinz Brabant. Dort sind in dem nördlich von Eindhoven gelegenen Städtchen Erp innerhalb von zwei Tagen sieben Menschen an der Virus-Infektion gestorben.